as time goes by


apropos bahnhöfe und beisln, da treibt man sich ja als exilant immer gerne rum, lässt sich in gedanken mittreiben dort.
während wien-mitte noch als bauplanerisches drama bezeichnet wird, ist der praterstern derzeit nichts weiter mehr als brachland in jeglicher beziehung. langsam wird ein schickes glasdach über den dem abbruch geweihten ostblockhafen des alten bahnhofs gezogen. von dem dutzend der einst ansässigen würstelstände in der tramunterführung, die auch gern mal ein vierwochen alten käsekrainer verkauften, ist noch einer da. da gibts leckere feine schweinestelzen. ich war noch nie drin, trotzdem. die berlinstil enklave des flucs verschob sich um einige meter stadtauswärts in den untergrund, sind aber wieder im kommen, heisst am umbauen (eröffnung 1.april).
und da gibt es nämlich noch was, das dorf der unbezwingbaren gallier im hintersten winkel frankreichs. die bluebanana bar. eine mindestens vierhundert jahre alte schwulenbar par excellence mit nacktkalendern an der wand etc, deren einziger gast aber fast konstant immer nur der kellner, der ärmste ist. bis vier uhr morgens, bei minusgraden und zweitklassigem radiosender unter schlechtem empfang. ja, ich geh oft hin, nicht wegen dem filmreifen videozimmerchen im hinterraum mit dem einquadrameter grossen darkraum, oder weil ich auf anonymen cruisersex stehe, sondern weil es auf meinem heimweh liegt und ich ein fan der düsteren unorte bin. auf diesem wege wünsche ich der bluebanana bar ein langes, gesegnetes leben.

Comments are closed.


Terms of use | Privacy Policy | Content: Creative Commons | Site and Design © 2009 | Metroblogging ® and Metblogs ® are registered trademarks of Bode Media, Inc.