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Mit dem draußen sitzen in Wien ist das ja so eine Sache – um spätestens 23 Uhr hat der Spaß meistens ein Ende. Zugegebenermaßen bin ich selbst froh, dass beispielsweise das Café Desiré bei mir ums Eck seine Gäste des Nächtens wieder hinein pfeift, bzw. erst gar nicht hinaus lässt. Aber es soll auch Orte in Wien geben von denen man annehmen könnte, dass ihre Nachbarschaft nur aus Sehenswürdigkeiten und Bürogebäuden besteht und dass hier lange draußen sitzen und Musik hören möglich wäre. Weit gefehlt. Letzten Montag hab ich beim Club Pavian im Volksgarten Pavillon aufgelegt, noch vor 12 wurde die Anlage dermaßen runtergedreht, dass man vom benachbarten Tanzcafé übertönt wurde. Wer kann sich an so einem Platz in seiner Nachtruhe gestört fühlen? Die Saurier im Naturhistorischen? Die Bücher in der Nationalbibliothek? Ein ähnliches Szenario gestern bei einer sehr netten Privatparty in der Künstlerhauspassage (vulgo: star/o/mat): Um halb 12 wurden die Glastüren geschlossen, draußen angenehm lau, aber seltsam still, drinnen eher laut und heiß. Aber angeblich war 2 Tage davor um diese Zeit schon die Polizei da. Und apropos freitags in der Künstlerhauspassage: Seit sich herumgesprochen hat, dass der dort ansässige Club Icke Micke das Lieblings-Hangout für BoBos ist und dass diese nebst einer Menge sozialer Kompetenz auch gerne Digitalkameras und teure Mobiltelefone mit sich herum tragen, häufen sich dort die Geschichten von Taschendiebstählen. Also nichts aus den Augen lassen bzw. aus der Hand geben, was einem lieb und teuer ist…

3 Comments so far

  1. electric boogaloo (unregistered) on July 27th, 2004 @ 8:28 am

    ich kanns ja kaum erwarten hinzuziehen,flüsterclubs hinoderher!
    *luftspring*


  2. Karin Harrasser (unregistered) on July 27th, 2004 @ 10:59 am

    die prägung “bourgeois bohemien” ist wohl die bescheuertste falter-erfindung wo gibt: bohemiens waren immer bourgeois, bohemiens sind gar nicht anders vorstellbar als bourgeois. siehe 19. jahrhundert. dass subversives (ergo “bohemistisches”) und affirmatives (“bürgerlichkeit”) nur gemeinsam sinn machen ist wohl wirklich auch keine neue erkenntnis. und außerdem ist der bourgeois (ein mann) eine erfindung (von sozialisten und soziologen). insofern ist er eine tolle figur aber eben nur eine figur.


  3. philipp droessler (unregistered) on July 27th, 2004 @ 12:43 pm

    endlich mal jemand, der das allgemeine bobobashing durchbricht. besten dank, aki :)
    ich kanns ja nimmer hören… die ganze fm4-wir sind alternativ und ihr seid blöd-posse, die sich in ergüssen, wer bessere wortspiele auf bobo machen kann, überschlägt. zum speiben. und noch trauriger, daß ich, wäre ich noch ein teenie, vielleicht sogar selber teil dieses irrsinns wäre.
    ich erkläre mich jedenfalls hiermit loud and proud zum urban bourgeoise bohemien – zum urbobo!



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